Die Geschichte vom Apfelstern

Und auch heute wieder – zu Maria Lichtmess, Brigid, Imbolc … wie auch immer ihr diesen lichtvollen Tag benennen wollt –  eine wunderschöne Geschichte über das Licht in Dir: Wer bin ich wirklich. Was steckt wirklich in mir. Viel Freude beim Lesen und entdecken …

Es war einmal vor langer, langer Zeit, da wuchs in einem Obstgarten an einem Apfelbaum ein junger Apfel. Jede Nacht blickte er auf zum Himmel und bewunderte die glänzenden, strahlenden Sterne. In einen ganz bestimmten Stern hatte er sich sehr verliebt. Und er wünschte sich nichts mehr, als diesem wunderschönen Stern nahe sein zu können. Dann erst könnte er glücklich sein. 
Eines Nachts trug er Gott seinen großen Wunsch vor. Und Gott fragte: „Was genau wünscht du dir?“ Ohne zu Zögern wünschte sich der Apfel, am obersten Zweig seines Baumes hängen zu dürfen, um seinem Stern näher zu sein. Gott sprach: „Du brauchst dies nicht, um glücklich zu sein!“ Aber er erfüllte dem Apfel diesen Wunsch.
Der junge Apfel verstand seine Worte nicht, war für´s erste zufrieden. Er wuchs kräftig und wurde ein wunderschöner roter Apfel.
Sein sehnlicher Wunsch, seinem Stern noch näher zu sein, brannte jedoch unverändert weiter in ihm.
Und so sprach er eines Nachts wieder mit Gott: „Schau nur, lieber Gott! Wie hart ich gearbeitet habe und wie groß und schön ich gewachsen bin. Dennoch fühle ich immer noch diese Sehnsucht in mir. Kannst du mir einen weiteren Wunsch erfüllen, und mich auf den höchsten aller Berge bringen, damit ich meinem Stern noch näher sein kann?“ Und weil der Apfel ihn irgendwie rührte, erfüllte Gott ihm auch diesen Wunsch.
Der Apfel war eine Weile ganz glücklich, sich so nah seinem Stern zu wissen. Da begann die Sehnsucht, erneut in ihm aufzuflammen: „Ach könnte ich doch ganz bei meinem Stern sein …“  und er sprach seine Bitte aus. „Aber mein lieber Apfel“, sprach Gott da verwundert, „du brauchst das alles nicht, um glücklich zu sein. Denn was du begehrst, hast du schon längst in dir! Schau doch einmal nicht nach außen, sondern in dich hinein! Dort wirst du einen ganz besonderen, geheimen und wunderbaren Stern finden, der genauso schön ist wie die Sterne, die es am Himmelszelt gibt!“ Der Apfel blickte tief in sein Inneres und … ja, er erkannte, dass er den Stern, nach dem er sich so sehr sehnte, schon immer in seinem Innern trug. 

Take an apple round and red,
don´t slice down, slice through instead.
Right inside it you will see,
a star as pretty as can be,
a special star for you and me.
Und was bringt mir das jetzt? wirst Du Dich vielleicht jetzt fragen? Ich fühle keinen Stern in mir. Mir geht es gar nicht gut, ich habe Ängste etc. … und ich bräuchte eher einen Stern im Außen, der mir einen guten Weg für mein Leben weist.
Ja. Das kann ich gut verstehen. Sehr lange habe ich genauso gedacht. Bis mir tatsächlich ein guter Stern (meine Intuition) einen Weg gezeigt hat. Den Weg zu mir. Als Mensch, der sich öfter mal selbst auf der Leitung steht, habe ich für diesen Weg viele Jahre gebraucht. Das muss aber nicht so sein.
Wenn Du etwas tun möchtest, um „raus aus Deiner Box“ zu kommen, um Deinen inneren Stern zu entdecken, melde Dich. Sei mutig! Du bist es WERT ♥
In Liebe, Gabriele

Von Glück und Unglück

 

 

Ihr Lieben,

im Januar-Kurs „Neues nimmt seinen Anfang in der Stille“ erzählte ich den TeilnehmerInnen ein Märchen (aus Estland), das davon berichtet, wie nah das Glück uns oft ist und wir es nicht sehen. Oder wie tief es in uns vergraben ist und schläft. Ich mag es euch hier gerne weitergeben:

Da waren einmal zwei Bauern, die hatten ihre Höfe nah beieinander. Der Unterschied zwischen den beiden war jedoch, dass der eine reich war und der andere arm. Der arme Bauer war nicht deshalb arm, weil er faul war oder träge. Nein, er schuftete und rackerte oft viel mehr als der reiche Bauer und kam doch nie auf einen grünen Zweig. An manchen Abenden saß der arme Bauer verzweifelt in seiner Stube und begann immer wieder, um Hilfe zu beten. Und eines Abends hatte er plötzlich den Impuls, nach draußen zu sehen und rund ums Haus herum nach dem Rechten zu schauen. Da sah er auf dem Feld des reichen Nachbarn einen Sämann.

„Hey“, rief er, „was machst du da?“

„Ich säe Roggen.“ antwortete der Sämann.

Der arme Bauer sah ihn erstaunt an und fragte: „Und warum tust du das?“

„Weil ich das Glück des Reichen bin!“ sprach der Sämann.

Verwirrt von dieser Antwort fragte der arme Bauer: „Ja, und wo ist dann mein Glück?“

Der Sämann lächelte verschmitzt, deutete mit dem Kopf auf einen großen Stein und sagte: „Schau mal dort, hinter dem großen Stein. Da schläft es, dein Glück.“

Der arme Bauer ging zum Stein und tatsächlich fand er dahinter einen Schläfer. Er stupste ihn mit der Schuhspitze an und sagte: „Du da, wach auf und säe für mich Roggen!“

Verschlafen blinzelte ihn der Schläfer an und meinte: „Das tue ich sicher nicht!“

Verdutzt und auch etwas ärgerlich sprach der Arme: „Und warum nicht? Du bist doch mein Glück!“

Jetzt setzte sich der Schläfer auf, schaute dem armen Bauern in die Augen und sagte: „Tja, das bin ich schon … aber ich bin nicht das Glück eines Landwirts.“

Das traf den armen Bauern ins Mark. Grübelnd fragte er sich: „Was soll ich denn ansonsten tun? Ich kann doch nur das?“

Der Schläfer hörte es und antwortete: „Wähle ein anderes Handwerk.“

„Ein anderes Handwerk? Aber was denn?“ waren wieder die hilflosen Fragen des Armen.

„Vielleicht etwas, das du schon immer tun wolltest?“ setzte der Schläfer nach.

Vor sich hin sinnend und nachdenkend kam dem armen Bauern plötzlich eine Idee: „Vielleicht … Kaufmann?“

„Gut! Werde Kaufmann!“ sprach der Schläfer und war jetzt vollkommen wach.

Voll von diesen Erlebnisses, diesen ungewöhnlichen Gesprächen, unsicher und auch ängstlich, was denn nun sein würde, ging der arme Bauer in sein Haus und legte sich müde schlafen. Am nächsten Morgen jedoch fasste er sich ein Herz, verkaufte all das wenige, das er besaß, eröffnete in der Stadt einen Laden und wurde Kaufmann. Nun kam das Glück zu ihm und blieb ihm von Stund an treu.

(Nach: Finnische und Estnische Märchen, August von Löwis of Menar)

Wie ist es mit Dir? Welche Samen des Glücks kannst Du aussäen? Was möchte in Deinem Leben noch „erwachen“?

Lass das Märchen und diese Fragen doch einfach Dich durchwirken. Denke nicht darüber nach. Die stimmigen Impulse werden aus Deinem Innern auftauchen. Viel Freude damit.

Gabriele

Fröhliches neues Jahr 2017

Was wird es bringen, dieses neue Jahr?

Heute ist auf jeden Fall ein wunderschöner strahlender Wintertag. Es ist herrlich weiß draußen und alles sieht aus wie in Watte gepackt. Die Sonne strahlt dazu vom blauen Himmel und die Schneekristalle glitzern zauberhaft in ihrem Licht. Es ist ein Tag, um draußen zu sein und die Natur zu genießen! Ein Tag, um alle Vorsätze, Vorhaben, Ziele … für eine Weile zu vergessen und einfach nur da zu sein. Das Leben findet trotzdem – oder gerade dann – statt!

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Sollte in deinem Leben auch noch vieles unklar sein, dann erlaube dir doch mal, dieses Jahr mit offenen Fragen zu beginnen. Der Dichter Rainer Maria Rilke schrieb einst dazu: „Man muss Geduld haben mit dem Ungelösten im Herzen und versuchen, die Fragen selber lieb zu haben, wie verschlossene Stuben, und wie Bücher, die in einer sehr fremden Sprache geschrieben sind. Es handelt sich darum, alles zu leben. Wenn man die Fragen lebt, lebt man vielleicht allmählich, ohne es zu merken, eines fremden Tages in die Antworten hinein.“

Das wünsche ich dir für´s neue Jahr: gute Fragen, die etwas in dir anstoßen und öffnen. Fragen, mit denen du „schwanger“ gehen kannst und auf deren Antworten du dich freust. Fragen, die dich in Kontakt kommen lassen mit dir selbst, mit anderen Menschen und Dingen. Fragen, die dich über´s Leben staunen lassen. Und lass dich überraschen, welche Antworten dir das Leben schenkt.

Herzliche Neujahrsgrüße von Gabriele

 

 

 

Lebens-Orientierung und Glück

20150912_133925Was ist eigentlich dieses „Glück“? Der Psychotherapeut und Autor Jorge Bucay stellt die Frage: Gibt es das Glück wirklich oder ist es wie eine „gigantische Möhre, die uns vor die Nase gehalten wird“?

Für mich kann ich sagen, dass ich grundsätzlich ein optimistischer Mensch bin. Ich bin kein Mensch, der sich überschwenglich mitteilt und ausdrückt. Das ist für einen introvertierten Menschen wie mich einfach nicht wichtig. Was jedoch der Fall ist: ob gute oder schlechte Zeiten, immer ist dieses „es geht weiter“ in mir! Vor allem wenn ich mich draußen in der Natur bewege, fühle ich eine unendliche Verbundenheit, Zugehörigkeit, Geborgenheit und Freude. Einfach nur so! Wenn ich dann wieder zuhause bin, hören diese Gefühle nicht auf. Sie sind vielleicht überlagert durch das tägliche Leben, aber sie sind da, wirken tief im Innern! Das empfinde ich als Glück! Nichts ständig Himmelhoch-Jauchzendes, nein. Eher ein „Bodensatz“, der in jeder Lebenssituation zur Verfügung steht, auf den ich zugreifen kann.

Durch meine Ausbildungen, durch LehrerInnen, Bücher und vielseitige Lebenserfahrungen lerne ich mich selbst immer besser kennen. Ich kann immer mehr erkennen, wer ich bin und was aus der Tiefe meines Selbst ins Leben kommen will. Daraus zeichnet sich eine Richtung ab, der mein Leben folgt. Je klarer diese Richtung sich zeigt, umso mehr Glück empfinde ich! Das festigt und stärkt die Basis für MEIN wirkliches, echtes und ehrliches Leben!!!

Es gibt einen sehr wichtigen Unterschied zwischen „etwas erreichen wollen – sprich: ein Ziel verfolgen“ und „eine Lebensausrichtung haben“. Das Ziel ist nie etwas, das wirklich glücklich macht. Es ist immer der Weg. Im Film „Der Pfad des friedvollen Kriegers“ wird dies eindrücklich vermittelt. Welcher Ausrichtung, welchem Polarstern folge ich? Was ist meine „Mission“? Mit dieser Ausrichtung gelingt es, auch und gerade dunkle Zeiten zu umarmen, zu durchleben und ihren Wert zu erkennen.

Ein Lieblings-Zitat dazu aus dem Buch: „Mal sehen, was das Leben noch zu bieten hat“ von Ulla Pfluger-Heist: „Das Ziel im Leben ist nicht, immer glücklich zu sein, sondern all unser Lachen zu lachen und all unsere Tränen zu weinen. Was auch immer sich zeigt, ist das Leben und es ist immer ein Geschenk, sich damit zu verbinden.“

Die Frage aus Mary Olivers wunderbarem Gedicht „Der Sommertag“ (ebenfalls o.g. Buch entnommen) möchte ich dir also heute weitergeben: „Sag mir, was hast DU vor mit deinem einen, wilden, kostbaren Leben?“

Herzlichst, Gabriele

 

 

 

 

Probleme mit Entspannung?

Wenn Du eine Katze hast, kannst Du von diesen MeisterInnen des Loslassens viel lernen. In Sekundenschnelle haben sie es sich auf ihrem Lieblingsplatz bequem gemacht und zeigen uns die Kunst der Entspannung. Genauso schnell sind sie auch wieder wach und aktiv, wenn z.B. ein Geräusch ihre Aufmerksamkeit erregt.

„Loslassen“ ist auch das große Thema dieser herbstlichen Jahreszeit. Ein Freund aus Spanien hat uns gestern einen Auszug aus dem Buch „La Sabiduria Del Vivir“ von José María Toro gesandt. Sinngemäß sagt der Schriftsteller folgendes:

Die Blätter fallen nicht, sondern sie werden freigegeben …

Kein Blatt „fällt“, sondern beginnt im Herbst einen wundervollen Tanz. Jedes Blatt wird freigegeben als ein höchster Akt der Großzügigkeit und tiefer Weisheit. Das Blatt kann sich nicht am Ast festklammern, es springt in den leeren Raum in dem Gedanken an Bewegung und Erneuerung! Es ist ein Lied der Freiheit. Jedes Blatt singt: lass los! Gib dich hin! Vertraue!
Es fällt hinunter in dem Wissen um Werden und Vergehen und der Gewissheit, Nahrungsquelle für die nächste Generation von Blättern zu sein.
Wenn Blätter festgehalten werden, werden diese vom Wind „entwurzelt“. Das ist schmerzhafter und aggressiver. Sie fallen unter dem Gewicht der eigenen Schmerzen zu Boden.

Nur durch Loslassen entsteht Neues
Herbstzeit heisst für die Natur: Loslassen. Auch uns täte es gut, uns von „alten Ästen“ zu trennen, damit Neues wachsen kann. Aber, wie Roswitha Maria Gerwin in ihrem Buch „Das Yoga-Jahr“ schreibt: „Das Loslassen ist unser schwerster Beitrag in der Lebensbewältigung.“ Die Anforderungen unseres Alltags sind hoch und wir sind auf Tun, Machen, Erledigen… eingestellt. Sehr oft sind wir uns unserer eigenen Anspannung gar nicht mehr bewusst und können dadurch auch nicht wirklich loslassen. Manchmal versuchen wir, uns gerade aufzurichten, damit der Rücken nicht so schmerzt. Oder wir kreisen etwas mit den Schultern, weil die sich verspannt anfühlen. Aber all das hilft nur einen kleinen Moment.

Der Yoga sagt: Üben (abhyasa) und Loslassen (vairagya)
In den alten Yogaschriften wird beschrieben, welche wesentlichen heilenden Veränderungen das Loslassen mit sich bringt. Die Körperübungen des Yoga sind dabei sehr unterstützend.

Nur ein regelmäßiges Üben bringt Erfolg! Durch das Üben von Yogahaltungen – Anspannung beim Einnehmen der Haltung, Entspannung nach der Übung (mit der Zeit auch während der Übung :-)) – beginnen wir zu erkennen und zu fühlen, wie es uns tatsächlich geht: dass da nämlich ganz viel „Festhalten“ im Körper ist und wir uns entfernt haben von unseren Gefühlen und Wahrnehmungen. Diese melden sich nämlich rechtzeitig! Nur wir sind es nicht mehr gewohnt, mit unseren inneren Ohren zu hören.

Yoga ist also Bewusstseinsschulung!

Leichte, ruhige Bewegungen oder Bewegungsreihen sind sehr gut zum Einstieg in eine Yogapraxis. Ebenso das Erfahren der eigenen Atem-Gewohnheiten und die langsame Vertiefung der Atmung. Denn durch beides kann das vegetative Nervensystem wirklich zur Ruhe kommen. Erst wenn dies erreicht ist, geschieht Entspannung und Loslassen.

Hier eine kleine Bewegungs- und Atemübungsreihe zur Entspannung für Dich:

Im Fluss der Stille

Komm in die Rückenlage. Winkle Deine Beine an und stelle die Füsse vor dem Gesäß auf.

Einatmen –  Hebe einatmend die Arme an und leg sie neben dem Kopf am Boden wieder ab.

Ausatmen – Bringe ausatmend die Arme wieder zurück neben den Körper.

Ausgeatmet bleiben = Atemleere – Hebe beide Arme in der Atemleere wieder an und lege sie neben den Kopf auf den Boden.

Nimm hier bewusst die Atemleere wahr!

In dieser Position bleiben und Einatmen

Nimm bewusst das Einströmen des Atems wahr!

Ausatmen – Lege die Arme mit dem Ausatmen zurück neben den Körper.

Lasse den Ausatem bewusst ausströmen!

Wiederhole diese Übung einige Male, lass sie mit der Zeit immer fließender und harmonischer, wenn möglich langsamer werden. Bleibe bei allen Bewegungen weich im Bauchraum und weich in den Schultern. Wenn Du die Übung beendest, lass die Beine ausgleiten, atme ganz natürlich weiter und genieße noch eine Weile deine innere Stille. Frage Dich: wie spüre ich den Atem jetzt? Was fühle ich? Wie ist mein Befinden? Sei bewusst mit Dir!

Namasté