20150912_133925Was ist eigentlich dieses „Glück“? Der Psychotherapeut und Autor Jorge Bucay stellt die Frage: Gibt es das Glück wirklich oder ist es wie eine „gigantische Möhre, die uns vor die Nase gehalten wird“?

Für mich kann ich sagen, dass ich grundsätzlich ein optimistischer Mensch bin. Ich bin kein Mensch, der sich überschwenglich mitteilt und ausdrückt. Das ist für einen introvertierten Menschen wie mich einfach nicht wichtig. Was jedoch der Fall ist: ob gute oder schlechte Zeiten, immer ist dieses „es geht weiter“ in mir! Vor allem wenn ich mich draußen in der Natur bewege, fühle ich eine unendliche Verbundenheit, Zugehörigkeit, Geborgenheit und Freude. Einfach nur so! Wenn ich dann wieder zuhause bin, hören diese Gefühle nicht auf. Sie sind vielleicht überlagert durch das tägliche Leben, aber sie sind da, wirken tief im Innern! Das empfinde ich als Glück! Nichts ständig Himmelhoch-Jauchzendes, nein. Eher ein „Bodensatz“, der in jeder Lebenssituation zur Verfügung steht, auf den ich zugreifen kann.

Durch meine Ausbildungen, durch LehrerInnen, Bücher und vielseitige Lebenserfahrungen lerne ich mich selbst immer besser kennen. Ich kann immer mehr erkennen, wer ich bin und was aus der Tiefe meines Selbst ins Leben kommen will. Daraus zeichnet sich eine Richtung ab, der mein Leben folgt. Je klarer diese Richtung sich zeigt, umso mehr Glück empfinde ich! Das festigt und stärkt die Basis für MEIN wirkliches, echtes und ehrliches Leben!!!

Es gibt einen sehr wichtigen Unterschied zwischen „etwas erreichen wollen – sprich: ein Ziel verfolgen“ und „eine Lebensausrichtung haben“. Das Ziel ist nie etwas, das wirklich glücklich macht. Es ist immer der Weg. Im Film „Der Pfad des friedvollen Kriegers“ wird dies eindrücklich vermittelt. Welcher Ausrichtung, welchem Polarstern folge ich? Was ist meine „Mission“? Mit dieser Ausrichtung gelingt es, auch und gerade dunkle Zeiten zu umarmen, zu durchleben und ihren Wert zu erkennen.

Ein Lieblings-Zitat dazu aus dem Buch: „Mal sehen, was das Leben noch zu bieten hat“ von Ulla Pfluger-Heist: „Das Ziel im Leben ist nicht, immer glücklich zu sein, sondern all unser Lachen zu lachen und all unsere Tränen zu weinen. Was auch immer sich zeigt, ist das Leben und es ist immer ein Geschenk, sich damit zu verbinden.“

Die Frage aus Mary Olivers wunderbarem Gedicht „Der Sommertag“ (ebenfalls o.g. Buch entnommen) möchte ich dir also heute weitergeben: „Sag mir, was hast DU vor mit deinem einen, wilden, kostbaren Leben?“

Herzlichst, Gabriele